Moin, liebe Freunde der Shanties und Seemannslieder,

es war mal wieder an der Zeit, im Saarland für das maritime Liedgut zu werben. Wer könnte das besser als Seemannschöre von der Waterkant? Und da auch die Bisttalmöwen sich dieser Tradition verpflichtet fühlen und über einen großen Freundeskreis an der Küste verfügen, war es nicht allzu schwierig, nunmehr zum siebten Mal ein Shantyfestival auf die Beine zu stellen.
 
  Neu war allerdings der Ort des Geschehens.

Zum ersten Mal fand das Ereignis in der Landeshauptstadt Saarbrücken statt. Das Bürgerhaus in Burbach ist uns aus einigen Konzerten bereits bestens bekannt. Die Umstellung auf das neue Ambiente ist offensichtlich gut gelungen.

Übrigens, auch am Tag der Deutschen Einheit gibt der Chor an dieser Stelle wieder ein Konzert.
 
 
  Aber nicht nur eine gute Kulisse sondern noch mehr die handelnden Akteure machen ein insgesamt gut gelungenes Ensemble aus. Und unsere Gäste aus dem Norden, die ja in der Presse schon als "Bundesliga" der Shantyhöre tituliert wurden, haben sich mit Erfolg angestrengt, um diesem Ruf auch gerecht zu werden.

Unserer Einladung ins Saarland sind gefolgt:
 
   
  Die Übersetzung des Namens ist ja nicht allzu schwierig. Die Friesen aus Varel gaben uns die Ehre. Dieser Chor war zum ersten Mal unser Gast, ebenso wie ihre "Nachbarn", die Ostfriesen aus Marienhafe.
Varel hat angeblich den schönsten Busen der Welt, den Jadebusen. Die Jade ist allerdings keine niedersächsische Schönheitskönigin mit besonders entzückenden Rundungen sondern eine Meeresbucht zwischen der Wesermündung und Ostfriesland.
 
  Für ein touristisches Gruppenfoto ist die Ludwigskirche wie geschaffen. Das dachten sich auch die Mitglieder des Vareler Shantychores und posierten mit ihren Fans und Begleitern vor dieser schönen Kulisse.

Danach ging es dann zum Empfang in der Staatskanzlei, wo sich dann alle Chöre trafen, wie man noch sehen wird.
 
 
   
  Daß sich dieser Chor ausgerechnet den Namen eines der berüchtigsten Seeräuber gegeben hat, liegt wohl daran, daß Klaus Störtebeker eine Dame aus Marienhafe geheiratet haben soll und somit in diesem Ort eine gewisse Verehrung erfährt.
Aber so fürchterlich wie der Namensgeber ihres Chores waren die ostfriesischen Freunde nicht. Im Gegenteil, sie haben sich mit ihrer Vorstellung sehr schnell in die Herzen der südwestdeutschen Landratten gesungen.
 
 
   
  Eine Vorstellung unserer Freunde aus Bremen-Vegesack erübrigt sich. Die gegenseitigen Besuche unserer Chöre fanden in der Vergangenheit fast in einem jährlichen Rhythmus statt. Vielleicht liegt das auch daran, daß wir so etwas wie eine Außenstelle für die norddeutschen Kollegen sind - denn wir haben ja einen echten "Vegesacker Matjes" in unseren Reihen. Unser Vorsänger Karl Kruse ist nach seiner Umsiedlung vor vielen Jahren von der Weser an die Saar vorsichtshalber mal Mitglied in beiden Shantychören geblieben.  
 

Das Rahmenprogramm

 
  Mitglieder von Shantychören der Waterkant sind im allgemeinen von keiner Kenntnis über unser Saarland getrübt. Also versuchen wir, unsere Gäste auch für die interessanten und schönen Seiten unserer Heimat zu begeistern. So stehen oft ausgedehnte Ausflüge in das französische und luxemburgische Umland auf dem Programm.  
  Ein absolutes Highlight stellen aber die Empfänge im Rathaus der Landeshauptstadt und in der Staatskanzlei der Landesregierung dar, wo neben dem Austausch von Grußworten auch immer ein paar Lieder dargebracht werden. Es ist die Warming-up-Phase vor dem großen Ereignis am Abend.  
 

Pressefoto auf dem St. Johanner Markt

 
   
  Auch in der "Saarbrücker Zeitung" wurde über das Ereignis in gebührender Form berichtet. Beim Fototermin auf dem St. Johanner Markt wurde von den bereits angereisten Chören aus Varel und Marienhafe nicht nur optisch sondern auch akustisch mit Kostproben ihres Könnens auf das Festival aufmerksam gemacht.  
 

Empfang im Rathausfestsaal

 
   
  Am Vorabend des Fesitvals konnten die Gastchöre im Festsaal des Rathauses der Landeshauptstadt Saarbrücken erneut ihre gesangliche Qualitäten unter Beweis stellen.
Der Schulschiff-Deutschland-Chor hatte zu diesem Zeitpunkt noch irgendwo in Deutschland andere Verpflichtungen zu erfüllen. Er ist erst kurz vor dem Festival zu uns gestossen.
 
     
 

Saarbrücker Staatskanzlei geentert!

 
  Was den politischen Piraten im saarländischen Landtag gelungen ist, fand am Samstagmorgen seine Fortsetzung in der Staatskanzlei der Ministerpräsidentin: Störtebeker und die Freesen ut Varel verschafften sich Gehör für ihr missionarisches Anliegen: Maritime Stimmung im gesamten Land zu verbreiten.
Der Leiter der Staatskanzlei, Jürgen Lennartz, leistete auch gar nicht erst groß Widerstand und erfüllte die Forderungen der "Piraten" kampflos und sogar mit Begeisterung. Ein Omen für die künftige Landespolitik?
 
     
     
     
   
 

Festival der Chöre

 
  Am Samstagnachmittag um 15 Uhr begann im Bürgerhaus der Countdown für das eigentliche Festival zu laufen.Damit die Veranstaltung für die Besucher in akustischer Hinsicht keine Wünsche mehr offen lässt, müssen die Stimmen der einzelnen Chöre mit den akustischen Gegebenheiten des Raumes in Einklang gebracht werden. Jeder Chor hinterlässt also beim Tontechniker am Mischpult seinen akustischen Fingerabdruck. "Soundcheck" hieß hierfür das Stichwort.  
    Endlich geht es los!
Peter Mögling von den Bisttalmöwen heisst den Schirmherrn der Veranstaltung, Herrn Bürgermeister Ralf Latz, herzlich willkommen. Dieser wiederum freut sich, eine so große Zahl von Gästen zu seiner Geburtstagsparty begrüssen zu können. Auch wir sagen: "Herzlichen Glückwunsch!"
Im Hintergrund steht bereits der Schulschiff-Deutschland-Chor bereit, alle Gäste auf den maritimen Abend einzustimmen.
 
  Schulschiff-Deutschland-Chor
Bremen-Vegesack
  Shantychor "De Freesen ut Varel"
Varel/Friesland
 
     
  Mit ihrem Capitano segelten sie Far, far, away und bei Windstärke zehn ging dann Der Kurs nach Nord, wo es Zuhause, zuhause ein Wiedersehen gab.   In Varel hieß es Anchors away, und mit dem alten Hamborger Veermaster sind die Windjammer gekommen, um den Saarländern eine Lektion in friesischem Hafenunterricht zu erteilen.  
  Störtebeker Shantychor
Marienhafe/Ostfriesland
  Shantychor "Die Bisttalmöwen"
 
 
     
  Die Freunde aus Marienhafe tauchten Schwer mit den Schätzen ihrer Heimat Ostfriesland beladen in Burbach auf. Sowohl Dat Ostfreesenleed als auch De Brigg in der Brandung sind Lieder, so schön wie der Norden.
Saarländer, Achtung: De Brigg ist ein ein Segelschiff, und keineswegs eine Brücke!
  Die Gastgeber haben sich mit Käpp'n, Stuermann, Bootmann und ... zum Gorch-Fock-Lied versammelt. Dort haben sich unterdessen Siebzehn Mann auf des toten Manns Kiste eingefunden um auf Kaperfahrt zu gehen.  
  Das große Finale  
   
  Zum Abschluss der Veranstaltung traten noch einmal die Chöre gemeinsam auf die Bühne, die noch anwesend waren. Unsere Freunde aus Bremen mussten leider vorzeitig die Segel streichen, weil die vorgeschriebenen Fahr- und Ruhezeiten des Busfahrers dies erforderlich machte. Ein leidiges Problem, das jeden Chor treffen kann, wenn er von weit her anreist.

Mit dem Lied Wir lieben die Stürme aus rd. 60 Kehlen wurde dem Publikum noch einmal kräftig eingeheizt, bevor das Festival mit dem sanften Abendlied Leise kommt die Nacht seinen Ausklang fand.
 
   
  Die Bisttalmöwen bedanken sich bei allen, die dieses unvergessliche Shantyfestival ermöglicht, mitgestaltet und auch finanziell unterstützt haben. Unser besonderer Dank gilt

der Landeshauptstadt Saarbrücken für die Überlassung der Räumlichkeiten,

dem Bürgermeister Ralf Latz für die Übernahme der Schirmherrschaft,

dem Saarländischen Rundfunk und der Saarbrücker Zeitung, die ihre Hörer und Leser auf unser Festival eingestimmt haben,

den fleißigen Händen, die beim Auf- und Abbau sowie beim Service mitgeholfen haben,

den Gastchören aus Norddeutschland, ohne die ein Shantyfestival in dieser Qualität nicht möglich wäre
und vor allem

unserem treuen Publikum, das wieder einmal bewiesen hat, daß es auch südlich von Emden und Stralsund möglich ist, mit zünftiger Seemannsmusik Menschen zu begeistern.
 
  Dem Publikum sagen wir auch im Namen der Aktion Herzenssache, die sich bekanntlich um Kinder unserer Region kümmert, die im Schatten stehen, ein ganz herzliches Dankeschön für die Spenden, die Sie im Rahmen unseres Festes geleistet haben. Wir konnten den stolzen Betrag von

570

auf das Konto der Aktions Herzenssache überweisen.
 

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